Ausstellung „Holocaust im Comic“

23. Okt. 2014 - 31. Jan. 2015, zentrales Treppenhaus der Universitätsbibliothek Bochum (Ebenen 1 bis 3)

Sach- und Geschichtscomics sind zunehmend Gegenstand der Feuilletons und akademischen Diskursen, besonders dann, wenn sie sich mit Thematiken wie dem Dritten Reich, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust befassen.

Doch können Comics Zeitgeschichte ernsthaft beleuchten? Findet hier nicht eine nahezu automatische Verharmlosung allein schon durch das gewählte Medium statt? Die Wanderausstellung, zusammengestellt von Ralf Palandt (Gesellschaft für Comicforschung), setzt sich anhand ausgewählter Beispiele differenziert mit der Darstellung des Holocaust in Comics auseinander und regt so zum Nachdenken und zur reflektierenden Lektüre an.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 23. Oktober 2014 um 18 Uhr mit  dem Eröffnungsvortrag „(Ohn-)Macht und Hakenkreuz – Comics im Schatten  der Zensur" von Ralf Palandt statt.

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In Bochum ist erstmalig der Comic „Das Erbe“ (2013) der preisgekrönten israelischen Künstlerin Rutu Modan Teil der Ausstellung.

Als be­son­de­re Er­gän­zung der Ex­po­na­te der Wan­der­aus­stel­lung wer­den im Rah­men der Bo­chu­mer Aus­stel­lung zu­dem Ori­gi­nal­zeich­nun­gen von fol­gen­den Co­mi­ckünst­lern in­te­griert:

Christoph Heuer
Geboren 1962 in Essen machte er zunächst eine klassische Ausbildung über eine Bauzeichner-Lehre, Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg und Bauingenieurstudium. Letzteres schloss er nicht ab und begann 1993 ein Kommunikationsdesign Studium an der Universität GSH Essen (dem heutigen Fachbereich Design der Folkwang Universität), das er 2002 mit der mehrfach ausgezeichneten Diplomarbeit „Kindergeschichten - eine nonlineare Novelle“ abschloss. Diese Arbeit, die das Ende des zweiten Weltkrieges aus der Perspektive seiner Elterngeneration erzählt, bildete auch die Basis für den hier präsentierten Band „Der Erste Frühling.“
Heute lebt und arbeitet er als Illustrator und Lehrbeauftragter für Darstellungstechnik im Ruhrgebiet.
www.christophheuer.com

Gabriel Nemeth
ist seit 1981 freischaffend als Grafiker, Illustrator und Texter tätig.
Neben Kinder-Comic-Serien für das Magazin MEDIZINI (Willi Wurm), textet und zeichnet er Kinderbücher für den GLOBI-Verlag (Glöbeli) und entwirft Titelbilder u. a. für DTV (Matt Ruff).
www.gabriel-nemeth.de

Reinhard Kleist
geboren 1970, Studium an der Fachhochschule für Grafik und Design in Münster und lebt heute als freischaffender Comiczeichner in Berlin. Er ist bekannt für Comics wie etwa „Cash – I see a darkness“, „Havanna – eine kubanische Reise“ und „Der Boxer“, für die er zahlreiche Preise erhalten hat, unter anderem den Max und Moritz Preis 2008 für das beste deutsche Album, den B.Z. Kulturpreis 2013 für herausragende künstlerische Leistung sowie den Grand Prix 2013 für das beste Album des Festivals in Lyon.
www.reinhard-kleist.de

Moritz Stetter
Jahrgang 1983, freiberuflicher Comiczeichner, Illustrator, Hochzeitszeichner. Im Gütersloher Verlagshaus erschienen die Graphic Novels „Bonhoeffer“ und „Luther“. Momentan arbeitet er an einer Literaturadaption für den Knesebeck Verlag. Nebenbei arbeitet er im Hamburger Nachtleben und hält das dortige Treiben auf Papier fest.
www.demotapecomix.de